Amelie ist Kaderathletin des Bayerischen Triathlon Verbandes (BTV) im Stützpunkt Nürnberg und mittlerweile auch im Triathlon Bundesliga -Team vom SC Bayer 05 Uerdingen.

Foto: privat
Foto: SC Bayer 05 Uerdingen

Die 18-jährige stammt aus der Gemeinde Grafling und ist Mitglied beim LV Deggendorf. Trotz ihrer jungen Jahre hat Amelie einiges an Erfolge vorzuweisen.

Sie begann ihre Karriere beim TSV Natternberg e.V. in der Abteilung Leichtathletik als Läuferin. Bereits als neunjähriges Mädchen konnte sie ihren ersten Sieg im 800m Lauf verbuchen. Danach wechselte Amelie zum LV Deggendorf und verbuchte hier einen Erfolg nach den anderen. Zum Beispiel als schnellste Jugendliche beim Deggendorfer 4km Lauf.

Foto: LV Deggendorf
Foto: LV Deggendorf


Es folgten:

2013 – 800m in 02:35,61

2014 – Niederbayerische Meisterin (2000 Meter)

2015 – Niederbayerische Meisterin (5 km Straße)

2015 – Niederbayerische Meisterin (800 Meter)

2015 – Niederbayerische Meisterin (2000 Meter)

2016 – Bayerische Vizemeisterin w14 ( Crosslauf )

2016 – Niederbayerische Meisterin w15 (2.000 Meter)

2016 – Bayerische Meisterschaft Langstaffel 3. Platz

2017 – Sieg beim LV-Nachwuchs Crosslauf in Arnstorf

2017 – Sieg beim Brandler Wald-Cross Duathlon

2017 – Niederbayerischen Meistertitel in Kategorie w15 ( 5000 m Straßenlauf )

2018 – Podestplatz beim 25. Erdinger Stadttriathlon

2018 – Bayerische Meisterin im Triathlon in der Kategorie Jugend A mit 37:55.05 min., über eine Distanz von 400 m Schwimmen, 10 km Radfahren und 2,5 km Laufen. 

Amélie hat sich durch diesen großartigen Erfolg, einen Platz im Kader der Bayerischen Nachwuchstriathleten gesichert.

( Der LK2-Kader richtet sich an die Athleten im Alter von 13 (zweites Schüler A Jahr) bis 16 Jahren (erstes Jugend A Jahr). Die Athleten weisen bei entsprechendem Persönlichkeitsniveau bestimmte technische und leistungsmäßige Fähigkeiten auf, aufgrund dessen man den späteren Übertritt in den LK1-Kader erwägen kann, und nehmen regelmäßig an den Veranstaltungen des BTV Nachwuchscups und dem DTU-Jugendcup teil.)

2019 – Bayerische Vizemeisterin (Crosslauf)

2019 – Sieg beim 26. Erdinger Stadttriathlon

In der Saison 2019 platzierte sich Amelie an zweiter Stelle des BTV Memmert Nachwuchscup. Am Ende der Saison lief es für die Sportlerin „im Großen und Ganzen leider nicht so gut“, wie sie uns erzählte. Bei ihrem Saison-Höhepunkt, der Deutschen Meisterschaft in Grimma, konnte sie aufgrund eines Krampfes in der Wade und eines Platten auf der letzten Radrunde das Rennen nicht so beenden, wie sie es sich erhofft hatte.

Dann kam der erste Corona-Lockdown: Aber für die Saison 2020 hatte sich die Schülerin eh keine großen Ziele gesetzt: „Ich schreibe Abitur und möchte sicher gehen, dass dabei das bestmögliche Ergebnis rauskommt. Nach dem Abitur wollte sie die Zeit für spezielles und intensiveres Training nutzen“ erzählte uns Amelie damals.


Foto: LV Deggendorf
Foto: LV Deggendorf

2021: Triathlon Bundesliga im Team vom SC Bayer 05 Uerdingen

Zum Auftaktrennen der Triathlon-Bundesliga-Saison 2021 war Amelie im Team des SC Bayer 05 Uerdingen in Berlin dabei. Das Bundesligarennen diente gleichzeitig als Deutsche Meisterschaft der Elite über die Sprint-Distanz. Das Uerdinger Quartett, bestehend aus Amelie Hanf, Anna Witteven, Katharina Krüger und Maria Paulig, behauptete sich trotz der großen Konkurrenz sehr gut und belegten in einem hochkarätigen Feld einen guten 10. Platz. Amelie Hanf, Anna Witteven und Katharina Krüger schafften nach dem Schwimmen den Sprung ins Hauptfeld. Beim abschließenden Lauf hatte Amelie Hanf die besten Beine des Teams und lief mit einer beeindruckenden Laufzeit von 17:53 Minuten über fünf Kilometer als 31. ins Ziel. Ein bravouröser Einstand!

Foto: SC Bayer 05 Uerdingen https://www.scbayer05.de/

Amelie im Interview:

Hallo Amelie, wie und wann hast du mit Sport angefangen?

Hallo Harry, ich habe schon ziemlich früh, nämlich in der ersten Klasse mit der Leichtathletik angefangen. Mein Papa war als Jugendlicher auch ein sehr guter Läufer und hat mir diese Leidenschaft von Anfang an mit auf den Weg gegeben, so hat mir das Laufen auch am meisten Spaß gemacht.

Du hast ja ziemlich schnell die ersten Erfolge feiern können.

Das stimmt, irgendwann stand ich dann öfter mal auf dem Podest, das hat die Freude daran natürlich nochmal erhöht. Als ich älter wurde haben sich meine Ambitionen immer weiter erhöht und ich konnte zumindest in Bayern gut mitmischen.

Wie und warum bist du zum Triathlon gekommen?

Mein Ziel war dann 2016 die Kadernorm über die 2000m zu schaffen, was ich leider um ein paar wenige Sekunden verpasst habe. Nebenbei habe ich zu dieser Zeit schon ein paar Triathlon Wettkämpfe gemacht, weil mir die Abwechslung doch immer sehr gut getan und viel Spaß gemacht hat. Das Jahr darauf war dann ein “Übergangsjahr”, wie ich es immer nenne und bei dem ich einfach total unsicher war, wie es weiter gehen könnte. Als ich dann 2018 total überraschend in den Landeskader 2 aufgenommen wurde, habe ich mich endgültig für den Triathlon entschieden.

Was ist das Besondere an diesen drei Sportarten für Dich?

Das Besondere ist auf jeden Fall die Vielfältigkeit. Alle drei Sportarten verlangen ganz eigene Leistungsanforderungenab, sie lassen sich aber trotzdem einfach super gut kombinieren und vereinen. Es ist zwar keine Teamsportart an sich, aber trotzdem schätze ich auch total die Gemeinschaft die entsteht, wenn man zum Beispiel drei Stunden zusammen auf dem Rad sitzt oder sich gegenseitig durch eine harte Laufeinheit pusht. Das macht einfach total Spaß!

Triathlon kann jeder oder ist Triathlon doch eher ein Sport für Spitzensportler oder besonders durchtrainierte?

Das kann auf jeden Fall jeder! Letztendlich muss man einfach nur schwimmen können, ein Fahrrad und vielleicht Laufschuhe besitzen und schon kanns los gehen. Dadurch, dass es ja auch ganz verschiedene Distanzen gibt, ist da sicher für jeden etwas dabei. Natürlich sollte man am besten, bevor man einen Wettkampf macht, auch dafür trainieren aber wenn man Spaß an Bewegung hat und sich vielleicht noch ein paar Trainingskollegen sucht, ist Triathlon bestimmt für viele eine coole Herausforderung!

Gibt es für dich eine Lieblingsdisziplin beim Triathlon?

Nein, tatsächlich gibt es meistens abschnittsweise eine Disziplin, die ich zu dieser Zeit am liebsten mache, aber das variiert immer wieder.

Bleibt neben all dem Training überhaupt noch Zeit für andere Hobbies?

Ehrlich gesagt nicht wirklich, nein. Die übrige Zeit verbringe ich am liebsten mit Freunden und Familie.

Wie bist du Kaderathletin des Bayerischen Triathlon Verbandes (BTV) geworden?

Wie schon erwähnt bin ich 2018 nach dem Kadertest in den LK2 aufgenommen worden. Das war total unerwartet, weil mein Schwimmniveau damals wirklich überhaupt gar nicht hoch war. Mich hat das aber total angespornt und ich habe den Fokus aufs Schwimmtraining gelegt.

Abi-Lernstress, Training, wie stressig war diese Corona-Jahr 2020 für dich?

Durch Corona sind ja leider alle Wettkämpfe abgesagt worden. Das war natürlich super schade aber ich muss sagen es hat auch den Druck ein bisschen rausgenommen. So habe Ich neben dem Abi zwar gut trainiert, aber eben nur so, wie es in meinen Lernplan gepasst hat und ohne, dass mich das irgendwie gestresst hat. Ich konnte das Training einfach als Ausgleich nutzen und das war wirklich viel wert.

Du darfst jetzt für SC Bayer 05 Uerdingen in der Bundesliga starten!

Wie bist du im Triathlon-Bundesliga-Team aufgenommen worden?

Ja, ich bin so happy, dass das geklappt hat! Eine Trainingskollegin, die manchmal bei uns in der Gruppe mittrainiert, ist seit letztem Jahr Teil des Teams vom SC Bayer 05 Uerdingen und hat mich sozusagen dann vermittelt. Da vor kurzem eine Athletin abgesprungen ist, habe ich auch schnell eine Zusage bekommen.

Warst du in Berlin (Deutsche Meisterschaft) sehr aufgeregt?

Tatsächlich nicht so sehr! Ich bin ohne Erwartungen in das Rennen gegangen und hatte sowieso schon das ganze Wochenende viel Spaß an der ganzen Atmosphäre und den vielen Eindrücken. Auch wenn es ein Riesen Wettkampf war mit einem krassen Feld, ging es letztendlich nur um Erfahrung sammeln und dazu lernen. Aber ein bisschen Aufregung und Anspannung gehört natürlich immer dazu!

Wie war der Wettkampf insgesamt für dich?

Insgesamt lief es wirklich gut, die meisten kleinen Ziele, die ich mir gesetzt hatte habe ich erreicht. Das schwimmen war so gut, dass ich eine große Radgruppe erwischt habe und in der konnte ich dann eigentlich ohne größere Probleme mitfahren. Leider hat der Wechsel auf das Laufen nicht so gut geklappt, aber das passiert nun mal, vor allem nach so langer Zeit ohne Wettkampf.

Hast du ein persönliches Ziel, das du als Triathletin unbedingt noch erreichen möchtest?

Hm, da muss ich ein bisschen länger überlegen. Ich glaube, das kann ich gar nicht so richtig sagen, es passieren gerade so viele Dinge, von denen ich nie gedacht habe, dass ich dort einmal hinkommen könnte. Ich genieße das gerade total. In den nächsten Jahren möchte ich einfach sehen, wo mich der Triathlon-Weg so hinführt und bin offen für alles.

Kannst du dich an einen für dich besonderen Wettkampf erinnern?

Da gibt es sogar mehrere! Aber wenn ich einen rauspicken sollte, würde ich meinen ersten DTU-Jugendcup wählen, der 2018 in Forst stattfand. Wie gesagt, mit dem Schwimmen hatte ich schon immer am meisten Probleme, und so kam es, dass ich als allerletzte von ca. 80 Starterinnen der Jugend A und Juniorinnen aus dem Wasser kam. Ich hatte das Glück, zusammen mit einer Athletin auf die Radstrecke zu gehen, die aus dem Radsport kam und so konnten wir die Lücke zur nächsten Gruppe zufahren. Am Ende beendete ich das Rennen im Mittelfeld der Jugend A Mädels und war super happy! Aber es war für mich definitiv eine emotionale Achterbahn auf der Strecke!

Was wolltest du schon immer einmal in einem Interview sagen?

Wenn es sich hier mal so anbietet möchte ich mich einmal beim LV Deggendorf, den Trainern und dem Team bedanken. Es ist einfach immer eine super tolle Zeit die wir zusammen hatten und natürlich auch noch haben, auch wenn ich jetzt nicht mehr so oft in Deggendorf bin. Die Unterstützung, die ich und auch alle anderen Athleten schon immer vom Verein bekommen, ist auf jeden Fall bemerkenswert, also ein ganz großes Danke!!!

DEGSPORT wünscht Amelie noch viele schöne Erlebnisse und weiterhin sportlichem Erfolg. Danke für das Interview. 

Das Interview führte Harry Rindler


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